Elisabeth Schwetz: Emotion, Bildung, Behörden-Alltag - Musik & Politik
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Politik ohne Emotion ist wie Musik ohne Gefühl: Elisabeth Schwetz, die neue Präsidentin des Freiheitlichen Bildungsinstituts, sagt bei Volker Höferl klar, warum sie beides nur ernst nimmt, wenn’s etwas auslöst – und was das für ihre Haltung in der politischen Arbeit bedeutet.
Sie erzählt, wie sie „im freiheitlichen Haus“ groß geworden ist, warum sie lange „in der zweiten Reihe“ gearbeitet hat – und was sie aus ihrer Zeit als Volksanwältin mitgenommen hat: vom sehr persönlichen Vertrauen der Menschen bis zur „Übersetzertätigkeit“ zwischen Behörde und jenen, die Hilfe suchen.
Dazu gibt’s natürlich Musik: In der Sendung läuft das Lieblingslied von Elisabeth Schwetz – und ihr könnt es erraten. Schickt euren Tipp mit Name und Adresse per WhatsApp (Zugang über **https://austriafirst.at**) – Teilnahme bis Donnerstag, 10:00 Uhr. Zu gewinnen gibt’s das AUSTRIA FIRST Kaffeehäferl, das „Häferl vom Höferl“. Nachhören könnt ihr die ganze Ausgabe auf austriafirst.at, in der AUSTRIA FIRST App und in den Podcast-Kanälen (u. a. Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, YouTube).
Musik und Politik. Der musikalische Politik-Talk auf Austria Föld. Willkommen bei einer neuen Ausgabe von Musik und Politik. Heute ist mein Gast wieder eine Frau. Ist sehr selten. Ich freue mich deshalb umso mehr, wenn ich eine Frau hier zu Gast habe und sie ist aktuell Frau Präsidentin, nämlich die neue Präsidentin des Freiheitlichen Bildungsinstituts. Ich freue mich sehr herzlich, dass Elisabeth Schwetz heute mein Gast ist. Hallo.
SPEAKER_01
Hallo und danke für die Einladung.
SPEAKER_00
Ja, Frau Präsidentin, auch für dich gibt es natürlich die beiden Einstiegsfragen bei Musik und Politik. Die erste, welche Gemeinsamkeiten kannst du denn zwischen Musik und Politik erkennen?
SPEAKER_01
Mir fällt als erstes ein, die Emotion. Sowohl Politik als auch Musik brauchen Emotionen, müssen Emotionen wecken. Einen Musiker, der sie bei mir nicht weckt, dem mache ich nicht zu. Und einen Politiker, der sie nicht weckt, dem wähle ich nicht.
SPEAKER_00
Und auf einer Skala von 1 bis 10, welchen Stellenwert hat die Musik für dich persönlich?
SPEAKER_01
Neun, nachdem ich selber kein Instrument mehr spiele.
SPEAKER_00
Also du hast eines gespielt.
SPEAKER_01
Ich habe jahrelang Blockflöte gespielt, aber aufgrund der Erfolglosigkeit habe ich das dann ad acta gelegt. Ich habe nie auftreten dürfen, aber ich höre sehr gerne Musik.
SPEAKER_00
Sie ist Bezirkshauptfrau von Welsland in Oberösterreich, sie war Volksanwältin und jetzt ist sie die Präsidentin des Freiheitlichen Bildungsinstituts. Elisabeth Schwetz ist heute unser Gast bei Musik und Politik. Ja, Lise, wie, ich hoffe, ich darf dich Lise nennen. Wir kennen uns doch schon einige Zeit.
SPEAKER_01
Selbstverständlich, Volker.
SPEAKER_00
Wie hat es dich denn generell in die Politik verschlagen? Du hast ja nicht als Politikerin begonnen, sondern eigentlich in der zweiten Reihe, wenn man so will.
SPEAKER_01
Ich bin in meinem freiheitlichen Haus groß geworden in Ottensheim in Oberösterreich. Mein Vater war aktiver Gemeindepolitiker und hat bei einem blauen Landesrat gearbeitet jahrelang. Ich bin in die Freiheitliche Gemeinschaft reingewachsen, war bei der Freiheitlichen Jugend, später beim Ring Freiheitlicher Studenten. Da war ich auch 2007 die bundesweite Spitzenkandidatin. Und es ist richtig, ich habe immer in der zweiten Reihe gearbeitet, habe dann auch den Weg in die Verwaltung gewählt und freue mich sehr, dass ich jetzt aktiv im Freiheitlichen Bildungsinstitut mitarbeiten darf.
SPEAKER_00
Und das letzte Jahr oder die letzten eineinhalb Jahre, wenn man so will, die waren ja dann doch sehr turbulent für dich, auch was die Örtlichkeiten betrifft. Du warst Bezirkshauptfrau, Welsland und auf einmal kam der Anruf, Volksanwältin zu werden. Wie war das damals?
SPEAKER_01
Ja, ich war tatsächlich sehr überrascht. Ich habe schon einmal gesagt. Normalerweise werden das ältere Männer mit weißem H und also mit der Anruf eilt hat vom Herbert, unserem Bundesparteiobmann. Habe ich mich sehr gefreut, es ist aber auch eine große Verantwortung. Ich habe dann sehr schnell die Zelte abgebrochen. Es war eine Heruk-Aktion, dass ich privat und beruflich alles in gute Bahnen leite für die sieben Monate und bin dann umgezogen für diese Zeit.
SPEAKER_00
Wenn du auf diese Zeit zurückblickst, wie schaut dein Resümee als Volksanwältin aus?
SPEAKER_01
Volksanwältin zu sein, ist eine große Verantwortung und auch eine sehr, sehr schöne Aufgabe. Die Menschen vertrauen dir vieles an, sie tragen dir ihre Probleme vor. Das geht manchmal sehr ins Persönliche rein. Und als Volksanwalt versucht man immer gute Lösungen zu finden. Da geht es viel um Behördenwege, da geht es viel um eine Übersetzertätigkeit zwischen Behörde und jenen Menschen, die Hilfe suchen. Und da habe ich sehr guten Einstieg gefunden, weil ich aus meiner Verwaltungstätigkeit heraus da natürlich geübt bin.
SPEAKER_00
Und jetzt bist du Präsidentin des Freiheitlichen Bildungsinstituts. Axel Kassecker ist ja ausgeschieden aus der Politik. Was sind da deine Aufgaben?
SPEAKER_01
Die Kernaufgabe des Freiheitlichen Bildungsinstituts ist ja die staatsbürgerliche Bildung. Wir veranstalten Akademien für junge Menschen, für Frauen, die Europaakademie. Es werden im gesamten Land sehr viele Seminare abgehauen, letztes Jahr mehr als 200 mit mehr als 4000 Teilnehmern. Es gibt viele Veranstaltungen, mehr als 200 und mehr als 4000 Teilnehmer. Es gibt Publikationen. Es ist ein ganz vielfältiger Bereich, in dem man sich da ausleben kann.
SPEAKER_00
Ich stelle fest, langweilig wird dir nicht. Das ist richtig. Und wir sprechen gleich weiter mit Elisabeth Schwetz, unserem heutigen Gast bei Musik und Politik. Dann geht es um die Musik. Wann hast du denn Zeit so an einem Tag für die Musik? Gibt es da fixe Zeiten oder ist es etwas, was dich nebenbei berieselt?
SPEAKER_01
Ich fahre jeden Tag zweimal mit dem Auto in die Arbeit und zurück. Da habe ich ungefähr 50 Minuten jeweils Zeit und dann läuft entweder Radio oder jene Lieder, auf die ich einfach Lust habe.
SPEAKER_00
Ja, besprechen wir gleich die Lieder, auf die du Lust hast. Was sind deine musikalischen Favoriten? Ist das Rock, Pop, ist das Jazz, Klassik, es gibt ja so viel?
SPEAKER_01
Ich bin eher in den 80ern und 90ern, neue Deutsche Welle, da Pop-Rock, aber auch Schlager, also das ganze Sortiment.
SPEAKER_00
Also neue Deutsche Welle, die gab es ja streng genommen, glaube ich, nur zweieinhalb oder drei Jahre. Ist eine sehr kurze Phase, die mir bis heute extrem nachlebt, oder?
SPEAKER_01
Ja, Gott sei Dank. Ich bin großer Nena-Fan, ich bin auch Falco-Fan. Also ich habe da viele, viele Lieder, die ich auswendig kann und die auf diversen Festen mitsingen kann. Ich besuche auch da gerne Konzerte. Nena, Gott sei Dank gibt es ja noch. Falco habe ich heuer im Sommer eine Falco-Tour besucht, wo wirklich die Originalmusiker von damals noch dabei waren.
SPEAKER_00
Nena ist eine interessante Persönlichkeit, hat sehr früh Karriere gemacht. Dann war sie irgendwie ganz still, dann war sie wieder on top, dann gab es auch von ihr ein paar politische Aussagen, die diskutiert wurden und jetzt ist sie wieder voll im Rampenlicht. Die Frau ist irgendwie kaum zu glauben eigentlich, deren Karriere.
SPEAKER_01
Ja, in meinem musikalischen Leben hat es immer gegeben.
SPEAKER_00
Was gibt es sonst noch in deinem musikalischen Leben? Gibt es auch selber aktiv Musik machen? Gibt es ein Instrument? Singst du gerne?
SPEAKER_01
Ich singe gerne, aber falsch. Ich habe leider kein sehr musikalisches Gen von meinem Vater geerbt. Er hat Geige gespielt, ist aber nicht weit gekommen. Ich habe die Blockflöte wieder aufgegeben. Aber ich höre sehr, sehr gerne Musik und es gibt nichts Schöneres als völlig losgelöst mit Major Tom, einmal, wann es die richtige Stimmung ist, auch abzutanzen.
SPEAKER_00
Die Blockflöte war auch mein Einstieg. Ich habe dann den Umstieg auf die Querflöte verweigert, weil ich gesagt habe, ich wollte keine Haltungsschäden in der Halswirbelsäule. War für dich nicht die Option, dann auf ein anderes Instrument, Gitarre, Klavier oder was auch immer, umzusatteln?
SPEAKER_01
Mein Blockflötenlehrer hat mir das tatsächlich nie angepriesen. Ich glaube, wir waren uns irgendwann beide einig, dass die Talente, meine Talente woanders liegen. Und ich bewundere deswegen alle Musiker sehr, die da wirklich sehr viel Zeit und auch Herzblut investieren, dass sie da so toll für uns musizieren.
SPEAKER_00
Wir biegen ein in die Zielgerade von Musik und Politik mit unserem heutigen Gast, der Präsidentin des Freiheitlichen Bildungsinstitutes, Elisabeth Schwetz. Ja, Musik hören bildet mitunter auch, vor allem wenn man das Ganze live konsumiert. Hast du irgendwelche Live-Konzerterlebnisse, von denen du noch lange sprechen wirst?
SPEAKER_01
Eines meiner schönsten Konzerte, bei denen ich dabei sein durfte, war das Roxette-Konzert. Das war in den 2010-11er Jahren in der Stadthalle in Wien. War ich mit einer guten Freundin und das war ein dermaßen toller Abend, stimmungsvoll, dass wir noch lange nachher gefeiert haben.
SPEAKER_00
Roxette ist ja auch so eine Band, die damals einmal wirklich in den Nullerjahren, glaube ich, ungefähr, sehr stark waren. Dann ist es ein bisschen leiser geworden, dann war es oftmals auch ein bisschen peinlich, wenn man sagt, man ist Fan von Rocette. Du stehst bis heute dazu.
SPEAKER_01
Ich bin immer dazu gestanden, mein Lebensgefährte findet es immer peinlich. Und ich habe schon in der Schule angegeben, in der ersten Klasse, Gymnasium, damals im Religionsunterricht, haben wir die Lieblingsband aufgeschrieben, da war es Rocette. Und in der achten haben wir dann mit den Zetteln aufgelöst. Es war noch immer Rossette bei mir und es wird da so bleiben.
SPEAKER_00
Also auch wenn Marie Fredrikssen, die Sängerin ja mittlerweile nicht mehr lebt, ich glaube in anderer Besetzung gibt es Rocette noch. Was macht Rossette aus für dich?
SPEAKER_01
Es erzeugt sofort eine Stimmung und ich kann es nicht einmal sagen, ich reagiere sofort auf diese Stimmung und egal in welcher Stimmungslage ich selber bin, ich liebe Rocette und das verstärkt meine Stimmung und hilft mir. Auch in schwierigen Zeiten, aber auch in total positiven Zeiten. Und ich hätte ja Karten gehabt für eines der Konzerte auf der Burg Klamm. Das habe ich an Weihnachten gekriegt und leider ist sie dann bis zum Konzert verstorben, die Marie Fredriksen. Und das tut mir bis heute leid, weil ich hätte sie sehr gern dann noch einmal gesehen.
SPEAKER_00
Gibt es auch noch andere Künstler, die, sage ich einmal, in die Nähe von Roxette kommen in deiner Beliebtheit?
SPEAKER_01
Sehr schwierig, Udo Jürgens kommt in die Nähe, aber nicht so nahe.
SPEAKER_00
Und du bist ja natürlich auch beruflich durch deine Präsidentenaufgabe. Öfter in Wien hast du schon ein bisschen den Konzertkalender angeschaut für die nächsten Wochen und Monate, ob es da vielleicht irgendetwas abzustauben gibt, konzerttechnisch.
SPEAKER_01
Ich habe jetzt noch nicht die Zeit gehabt, dass ich mich orientiere, aber ich bin heute beim Falco Lokal vorbeigefahren und werde da bald wieder einmal einkehren.
SPEAKER_00
Also auch der Falke hat es dir angetan.
SPEAKER_01
Jedenfalls.
SPEAKER_00
Alles klar, dann bedanke ich mich sehr herzlich für den Besuch bei Musik und Politik. War eine sehr angenehme Stunde. Dankeschön, Elisabeth Schwätz, dass du heute mein Gast warst.