ORF Sommergespräche: Ein Blick in die Geschichte - Aktuelle Stunde
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Die mediale Inszenierung des ORF erreicht bei den diesjährigen Sommergesprächen einen neuen Tiefpunkt: Während die Vertreter der Verlierer-Koalition und der linken Scheinopposition die Seher mit leeren Phrasen und politischer Realitätsverweigerung langweilen, agiert die Moderation als willfähriger Schutzschild des Establishments. Wenn Systempolitiker ungeniert Unwahrheiten über die FPÖ verbreiten – wie etwa bei der Parteienförderung –, hüllt sich die angebliche journalistische Elite in Schweigen, anstatt kritisch nachzufragen. Das ist keine objektive Berichterstattung mehr, sondern eine durchschaubare PR-Show der Einheitsparteien. Der politmediale Komplex verliert im Angesicht des drohenden Machtverlusts zunehmend die Orientierung und nutzt das gebührenfinanzierte Format nur noch, um die eigene politische Agenda durchzudrücken und patriotische Kräfte auszugrenzen.
Wir analysieren den Verfall der ORF-Sommergespräche, decken die eklatante Schlagseite der Zwangsgebühren-Moderatoren auf und blicken auf das mit Spannung erwartete Finale mit FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl. Dazu lassen wir den freiheitlichen PR-Experten Heimo Lepuschitz sowie den ehemaligen SPÖ-Kommunikationschef und PR-Berater Josef Kalina zu Wort kommen.
Die Aktuelle Stunde auf Andrea Föld. Der Sprung in den Swimmingpool, ein Gelsenangriff am Neusiedlersee, die Äpfel fallen vom Baum. Eine Gelse wird am Handgelenk zerquetscht. Nein, das sind nicht Auszüge aus Abenteuergeschichten aus dem letzten Sommerurlaub, sondern all das ist im Laufe von nunmehr 45 Jahren bei ORF-Sommergesprächen passiert. Und diese Gespräche sind heute bei uns das Thema des Tages auf Austria First. In dieser Stunde sprechen wir gleich mit zwei Fachleuten darüber. Der eine kommt aus dem FPÖ-Umfeld, es ist Heimo Leppuschitz, der andere hat damals Karriere in der SPÖ gemacht. Er war Pressesprecher von Kanzler Viktor Klimer und später Kommunikationschef der Genossen unter Alfred Gusenbauer. Heute ist Josef Kalliner PR-Berater. Und beide kommen in dieser Stunde ausführlich zu Wort. Wird eine spannende Aktuelle Stunde. Volker Höferl wünscht dabei gute Unterhaltung.
SPEAKER_01
Die Aktuelle Stunde auf Austriafeld. Von 12 bis 13 Uhr.
SPEAKER_03
Die ORF Sommergespräch sind seit 45 Jahren an Fixpunkt in der Berichterstattung. Er war Pressesprecher von Viktor Klimer and später auch Kommunikationschef der SPÖ unter Alfred Gusenbauer. Herr Kaliner, welche Erinnerungen haben Sie eigentlich an die Sommergespräche im ORF mit Ihren beiden ehemaligen Schützlingen?
SPEAKER_00
Die Sommergespräche sind, finde ich, eine sehr gute Gelegenheit für jeden Politiker, der versteht, worum es da eigentlich geht und was sozusagen die Leute sehen wollen. Man hat so lange Zeit, wie man sonst eigentlich nie in einem Interview Zeit hat und man hat eine breite Themenpalette. Das heißt, man kann sich selber gut vorbereiten und auch eigene Themen setzen, zusätzlich zu dem, was man vom Moderator oder der Moderatorin gefragt wird. Das heißt, ich habe sehr gute Erinnerungen an die Sommergespräche und ich glaube, dass das für die Politiker und PolitikerIn sehr positives Format ist.
SPEAKER_03
Als Ihre beiden Parteichefs in Sommergesprächen waren, da war die Medienwelt natürlich noch eine andere. Das Internet steckte in den Kinderschuhen, YouTube ebenfalls. Das Medienangebot war eindeutig kleiner als heute. War es damals deshalb vielleicht sogar wichtiger, bei Sommergesprächen gut abzuschneiden?
SPEAKER_00
Ja, natürlich war das wichtiger, weil es ein wesentlich gewichtigerer Teil war. Auf der anderen Seite muss man sagen, die Zuschauerzahlen sind immer noch sehr hoch. Es schauen sich zwischen 500 und 700.000 Leuten diese Sommergespräche an. Es gibt in den Medien danach eine rege Diskussion. Da spielen natürlich dann die sogenannten sozialen Medien auch eine große Rolle. Das hat es tatsächlich, als ich das verantworten durfte, nicht gegeben. Da konnte man nicht über Instagram, Facebook, Twitter und so weiter und so weiter sozusagen selber seinen Senf dazugeben. Das ist nicht gegangen. Das hat Vor- und Nachteile, würde ich sagen, für die Politiker. Das, was ich als Problem sehe, ist, dass da teilweise wirklich auch sehr persönlich argumentiert und das ist negativ. Als Vorteil sehe ich, dass das Sommergespräch halt aber auch eine Gesprächsgrundlage für viele Leute auf diesen Medien bietet.
SPEAKER_03
Sagt der frühere SPÖ-Pressemann und heutige PR und Strategieberater Josef Kalliner. Wir plaudern gleich weiter mit ihm. Dann geht es unter anderem um mögliche Fehler, die ein Politiker bei Sommergesprächen machen kann. Gleich hier auf Austria First. Die Aktuelle Stunde auf Austria First. Volker Höfer begrüßt euch zur Aktuellen Stunde, die heute ganz im Zeichen der ORF-Sommergespräche steht. Mir zugeschaltet ist der PR-Fachmann und frühere SPÖ-Kommunikationsleiter Josef Kalliner. Herr Kalliner, was würden Sie eigentlich jemandem raten, der zu den Sommergesprächen geladen wird? Kann man dort wirklich etwas gewinnen oder geht es eigentlich nur darum, dass man keinen Fehler macht und dort nichts verliert?
SPEAKER_00
Ich glaube, man kann sehr viel gewinnen. Also ich kann nur das raten, was wir zu unserer Zeit gemacht haben und natürlich muss man das anpassen heute. Aber das Wichtigste ist, gut vorbereiten. Ich sage das immer, ich verstehe viele Politiker nicht, die nicht in die Zeit im Bild 2 gehen oder zu Fernsehinterviews gehen. Es gibt keine blöden oder bösen Fragen. Es gibt nur wenig vorbereitete Politiker. Wenn ich etwas mache in der Politik, nur da bin ich in der Regierung, da muss man sagen, hat es die FPÖ als Opposition natürlich leichter, weil man ja noch nicht auf dem Prüfstand stand, aber gerade in der Regierung, dann muss ich damit rechnen, dass ich zu dem allen, was ich gemacht und gesagt habe, gefragt werde. Und da kann ich eine ordentliche Antwort vorbereiten. Diese Ausrede, immer die Politiker, sie können mit den Fragen, sie waren nicht vor, bis sie haben es nicht gewusst, ist ein Witz. Und das Zweite ist, was auch ein Witz ist, dass jemand nach einem Interview sagt, ich konnte es nicht unterbringen, meine Botschaft. Ehrlich gesagt, wenn ein Politiker oder Politikerin nicht in der Lage ist, in einem einstütigen Gespräch selber ein Thema aufzubringen, das journalistisch interessant ist, dass der Moderator dann das weiterörtert, dann tut es mal laut. Dann hat er halt bestimmte Fähigkeiten nicht, die man in der Politik braucht.
SPEAKER_03
Klare Worte des Fachmanns. Abschließend möchte ich mit Ihnen noch einen Blick in die Zukunft wagen. Der Erfinder der ORF-Sommergespräche, Peter Rabel, sprach jüngst in der Kronenzeitung davon, dass die Sommergespräche ein totes Pferd sein, auf dem der ORF aber noch immer reite. Hat Peter Rabel recht?
SPEAKER_00
Ich finde an der, ich habe es gelesen, natürlich finde ich an der Kritik von Peter Rabel einiges richtig. Man muss jedes Format nachbessern und zum Beispiel den neuen Mediengewohnheiten und Möglichkeiten anpassen. Möglich wäre da meiner Meinung nach, dass man etwas interaktiv macht, dass man die Leute während der Sendung ersucht, dass sie sozusagen ihre Kommentare abgeben. Und natürlich muss man es sozusagen an die Zeit anpassen. Wir haben auch viel mehr Parteien, als ich das hier beim Franitzki angefangen habe, zu machen. Da waren wir noch ganz viel weniger Parteien. Aber dem zu entsprechend ist ein wichtiger Punkt. Und das so weiterzumachen, wie es jetzt war, halte ich auch für zu wenig. Also da muss sich, glaube ich, der ORF auch Gedanken machen, wie er das Format einer neuen Zeit und auch dieser möglichen Interaktivität anpasst.
SPEAKER_03
Das rät also Josef Kalliner, PR und Strategieberater und auch schon seit Jahrzehnten aufmerksamer Verfolger der ORF-Sommergespräche. Wir machen jetzt ein bisschen Musik und dann haben wir einen weiteren Mann hier bei uns, der seinen Blick auf die ORF-Sommergespräche mit uns allen teilt. Bleibt unbedingt dabei. Die Aktuelle Stunde auf Austria First. Da sind wir wieder in der Aktuellen Stunde und die dreht sich heute um unser Thema des Tages. Und das sind die ORF-Sommergespräche. Herbert Kickel wird am Montag den Abschluss dieser Interviewreihe bestreiten. Ich bin jetzt mit Heim Leposchicz verbunden, ebenfalls ein PR-Fachmann mit reichlich Erfahrung innerhalb der Freiheitlichen. Er koordinierte in der türkisblauen Regierung die Medienarbeit der Koalition für die FPÖ-Seite. Lieber Heimo, wie wichtig sind aus deiner Sicht diese knapp 60 Minuten für die Politikerin oder für den Politiker?
SPEAKER_02
Die ORF-Sommergespräche haben nicht mehr die Bedeutung, wie sie früher einmal hatten, weil es überall Sommergespräche gibt, weil sie inflationär auftreten, weil die Menschen übersättigt sind von Dauernnachrichten und weil die Politiker, besonders die Regierenden in den Sommergesprächen, ja nur mehr negative Nachrichten verbreiten, nur mehr sich auf die Opposition konzentrieren, nicht mehr auf die Verbesserung der Lage der Bevölkerung.
SPEAKER_03
Na, viel Zuversicht konnte man bei den bisherigen Sommergesprächen wirklich nicht erkennen. Wie schätzt du die Performance der bisherigen Gäste Gewässer, Meinel Reisinger, Babler und Stocker ein?
SPEAKER_02
Der bisherige Eindruck aller Politiker, muss man leider sagen, ist ein eher schlechter. Also sowohl die Oppositionspolitikerin Gewäsler wie auch Beate Meinl-Reisinger und Andreas Babler haben im positivsten Fall keinen überaus schlechten Eindruck hinterlassen, aber auch kein Thema gesetzt. Sie haben nichts bewegt, sie haben für ihre Partei nichts bewegt in den Umfragen, keinerlei Verbesserung erzielt. Sie sind verpufft, das muss man sagen. Ein kleiner Unterschied ist beim Bundeskanzler Stocker, der mit dem Zukunftsfonds für Pensionen wenigstens ein Thema in die Diskussion gebracht hat, aber sicherlich auch kein Thema, mit dem man eine Kehrtwende erzeugt oder Wahlen gewinnt.
SPEAKER_03
Vielen Dank, Heim Leposchitz, fürs Erste. Wir sprechen gleich weiter dann auch darüber, welchen Effekt die Location und der Moderator auf so ein Sommergespräch haben. All das gibt es noch in dieser Aktuellen Stunde. Die Aktuelle Stunde auf Austria First. Volker Höfer hier aus dem Studio. Willkommen zum Finale der Aktuellen Stunde. Zugeschaltet ist noch immer PR-Berater Heimol Leposchicz und wir plaudern weiter über die ORF-Sommergespräche, bei denen der OF ja auch viele ausgefallene Locations im Laufe der Jahre ausprobiert hat. Jetzt ist er wieder auf der hauseigenen Terrasse am Königelberg gelandet. War das eine gute Idee?
SPEAKER_02
Die beste ORF-Location für Sommergespräch ist die, die den Zwangsgebührenzahler am wenigsten kostet. Das ist leicht und schnell zu beantworten. Wo jetzt irgendwelche Frösche, Quarken, Flieger drüber fliegen, Demonstranten, die Aufzeichnung steuern. Das OF-Sommergespräch ist ja auch eine Serie von Pleitenpech und Bannen. Deswegen, es ist relativ egal. Also diese Überinszenierungen sind, glaube ich, in Zeiten von ORF-Skandalen und ORF-Defiziten sowieso vorbei. Und der OF sollte sich vielleicht eher um seine eigenen Probleme und seine eigenen Skandale mehr kümmern, als um Locations.
SPEAKER_03
Dieser Meinung kann ich mich nur anschließen. Abschließend noch, lieber Heimer, welchen Einfluss hat denn der Moderator oder die Moderatorin auf das Sommergespräch?
SPEAKER_02
Es gibt die Inquisitionsmitglieder, da wurde zum Beispiel des armen Wolf, der Politiker am liebsten mit Röntgenstrahlen durchleuchten würde und seine politische Aversionen überhaupt nicht verbergen kann. Es gibt die Heuer Simone Striebel, die einen eher investigationsfernen Fragestil pflegt, also eher bei den bisherigen Gesprächspartnern nicht gerade durch intensive Fragetechnik geglänzt hat und schon gar nicht durch politisches Insider-Wissen. Also ich erinnere nur daran, dass Beate Meindl-Reisinger behaupten konnte, die Freiheitlichen hätten keinerlei Änderungen bei der Parteienförderung in der Steiermark vollzogen. Fakt ist, die Freiheit die Parteienförderung in der Steiermark um 15 Prozent gekürzt. Das hätte eine Moderatorin und man darf nicht vergessen, sie hat einen Knopf im Ohr und ein ganzes Team im Hintergrund, hätte das anmerken müssen. Also das war entweder Bösartigkeit oder Unwissen. Beides ist kein gutes Zeichen für einen Riesenapparat wie den ORF.
SPEAKER_03
Soll schon mal vorkommen beim ORF. Wir hoffen natürlich für den Montag auf eine faire Angelegenheit für den FPÖ-Chef Herbert Kickel beim ORF-Sommergespräch. Danke an den PR-Berater Heimo Leposchitz und danke an euch alle fürs Zuhören. Das war's mit der Aktuellen Stunde am heutigen Tag und nicht vergessen, am Wochenende Bier und Chips einkaufen und dann am Montag um 21.05 Uhr ORF 2 einschalten für das ORF Sommergespräch mit FPÖ Bundesparteiobmann Herbert Kickel.
SPEAKER_01
Die Aktuelle Stunde auf Austria First. Von 12 bis 13 Uhr.