AUSTRIA FIRST
Austria First - Österreichs Patriotenradio
AUSTRIA FIRST
Werner Reichel über den Kickl-Bestseller, Radiohits und Künstler-Boykott - Musik und Politik
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Wenn der eigene Programmchef zum Mikrofon greift, ist Klartext garantiert. Volker Höferl hat in dieser Folge von Musik und Politik den AUSTRIA FIRST Programmchef, Verleger und Journalisten Werner Reichel zu Gast. Wir blicken tief hinter die Kulissen der Medienbranche und erfahren, wie Reichel in der Anfangszeit den Mainstream und linke Buchhandlungen mit seinem Bestseller "Kickl muss weg" grandios aufs Glatteis geführt hat. Zudem räumt er genüsslich mit dem PR-Schmäh jener heimischen Musiker auf, die gleich zum Sendestart völlig ungefragt ihren "Boykott" gegenüber Österreichs Patriotenradio ausriefen.
Daneben liefert der erfahrene Radiomacher fundierte Einsichten in die Musikgeschichte. Wir sprechen darüber, warum Digitalisierung und Künstliche Intelligenz echtes musikalisches Talent niemals ersetzen werden und was einen Hit von Country-Klängen, Musicals oder Après-Ski-Partys unterscheidet. Das Fundament starker Lieder bleibt ohnehin unsterblich: eine brillante Melodie und ein starker Refrain. Genau diese Mischung macht auch den privaten Musikgeschmack unseres Gastes aus – die musikalische Auflösung gibt es direkt in der Show.
Wie genau habt ihr hingehört? In der Sendung verbergen wir wie gewohnt das eine absolute Lieblingslied unseres Gastes. Wer diesen musikalischen Geheimtipp errät, hat die Chance auf unser kultiges AUSTRIA FIRST Kaffeehäferl, auch bekannt als das „Häferl vom Höferl“. Lasst uns euren Tipp mitsamt Namen und Adresse via WhatsApp zukommen. Den Kanal findet ihr ganz unkompliziert hier auf austriafirst.at. Die Teilnahmefrist läuft nur noch bis Donnerstag, 30. Juli um 10:00 Uhr vormittags. Mitmachen lohnt sich! Diese drei Songs stehen zur Auswahl:
A MAGGIE REILLY - Everytime We Touch
B SUPERMAX - Love Machine
C ANASTACIA - Left Outside Alone
MUSIK UND POLITIK hört ihr immer neu am Mittwoch von 11 bis 12 Uhr – direkt über die Webseite https://austriafirst.at/ oder in der neuen AUSTRIA FIRST App:
📱Apple/iPhone: https://apps.apple.com/at/app/austria-first/id6756575485
📱Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=at.austriafirst.app
Abonniert auch die Social Media Kanäle von AUSTRIA FIRST:
Facebook: https://www.facebook.com/austriafirst.at
Instagram: https://www.instagram.com/austriafirst.at/
Telegram: https://t.me/Austria_First
X: https://x.com/austriafirst_at
YouTube: https://www.youtube.com/@austria_first
#austriafirst #radio #musikundpolitik #gewinnspiel #wernerreichel #volkerhoeferl #patrioten #kickl #podcast
Musik und Politik. Der musikalische Politik Talk auf Austria First mit Volker Höfall.
SPEAKER_01Ich begrüße den Austria First Programmchef Werner Reichl. Herzlich willkommen. Danke, dass ich bei deiner Sendung dabei sein darf. Ja, lieber Werner, auch für dich gibt es zu Beginn die beiden Austria First Musik und Politik Einstiegsfragen. Die erste ist, siehst du irgendwelche Parallelen zwischen der Politik und der Musik?
SPEAKER_00Ja, Austria First ist eigentlich die gute Kombination aus Musik und Politik. Also Austria First spielt einerseits die Musik, die ein Großteil der Österreicher mag. Und wir bringen die politischen Informationen, die die Österreicher auch wirklich haben wollen. Also insofern ist das wirklich eine sehr gute Kombination.
SPEAKER_01Die perfekte Symbiose sozusagen. Und wie schaut es bei dir persönlich aus, auf einer Skala von 1 bis 10? Wie wichtig ist dir die Musik in deinem Leben?
SPEAKER_00Ja, ich würde so sagen, sechs bis sieben, weil natürlich, ich beschäftige mich auch beruflich mit Australia First, sehr viel mit Musik, deshalb bin ich dann privat ein bisschen, höre ich ein bisschen weniger Musik, aber ich beschäftige mich wirklich jeden Tag mit Musik.
SPEAKER_01Lieber Werner, kommen wir zu deiner Person, uns beide verbindet, dass wir beide eine Privatradio-Vergangenheit hatten. Was hat dich letztlich bis hierher zu Australia First gebracht? Erzähl ein bisschen aus deinem Werdegang.
SPEAKER_00Ja, also ich habe mit Privatradio begonnen, als Radio in Österreich noch verboten war, respektive der OF noch ein Monopol hatte, das war 1995, da habe ich bei Radio Max angefangen. Das ist ein Einkaufsradio, das galt nicht als offizielles Radio und das war mein Einstieg. Und ich habe dann wirklich so ungefähr 20 Jahre bei sehr vielen österreichischen und zum Teil deutschen Radiosendern gearbeitet. Bin dann in die schreibende Zumpf gewechselt, habe sehr viel für Zeitschriften, Zeitungen geschrieben, habe einen Verlag geleitet, den habe ich noch immer und bin dann, Gott sei Dank, zu dem Projekt gerufen worden, zu Austre Först. Also ich bin dann wieder zurück zu meinen Radiowurzeln gekehrt und mache jetzt seit eben seit einem halben Jahr Austre First.
SPEAKER_01Was macht den Reiz des Radios aus? Ich bin ja auch ein alter Radiologe, wenn man so will. Was zieht einem immer wieder da zurück? Was ist das Faszinierende an diesem Medium?
SPEAKER_00Also das Faszinierende im Medium ist, das ist, glaube ich, das Medium, das seit Ewigkeiten für tot erklärt wird und das noch so lebendig ist wie kein anderes Medium. Also Radio ist nach wie vor eines der meisten, gemeinsam mit Internet das meistgenutzte Medium. Das Schöne an Radio ist, dass es man nebenbei nutzen kann beim Aufstehen in der Küche, beim Autofahren. Deshalb, das ist der tägliche Begleiter, der Tagesbegleiter und wenn man das Radioprogramm richtig macht, hat man dann wirklich eine sehr, sehr gute Verbindung zu den Menschen und erreicht sie mit der Musik, mit den Informationen und hat man sehr viele Möglichkeiten und das funktioniert viel, viel besser mit dem Fernsehen und da gibt es einen schönen Spruch. Mit dem Radio wacht man auf und mit dem Fernsehen schläft man ein.
SPEAKER_01Ja, wir wollen nicht einschlafen. Gehen auch noch einmal zurück auf Australia First, jetzt seit einem guten halben Jahr ist Austria First on Air auf Sendung. Wie fällt deine Bilanz bislang aus?
SPEAKER_00Sehr, sehr gut. Also wir sind gestartet am 17. Jänner, bekanntlich in Klagenfurt, mit ganz groß bei dem Neuerstreffen der FPÖ und seither ist das wirklich eine Erfolgsgeschichte. Wir haben wirklich sehr, sehr viele Zuhörer. Wir haben das Programm jetzt in den laufenden sechs Monaten da wirklich immer weiter verbessert, professionalisiert. Das ist natürlich auch ein Lernprozess, weil es so ein Radio in dieser Form noch nicht gegeben hat. Und das Schöne an Austria First ist, dass wir versuchen, wirklich, was sonst kein Sinn in Österreich macht, sowohl was die Unterhaltung, die Musik betrifft, als auch die politische Information genau das zu liefern, was die Österreicher wirklich wollen. Und ich glaube, das gelingt uns ganz gut und der Erfolg gibt uns recht.
SPEAKER_01Du hast dann auch noch deinen Verlag angesprochen, Frank und Frei. Der läuft nebenbei noch weiter. Hast du überhaupt noch Zeit dafür, in der Verlegerszene aktiv zu sein?
SPEAKER_00Naja, momentan läuft er auf Sparflamme. Also ich habe es vorher so fünf bis sechs Bücher pro Jahr herausgebracht. Momentan hoffe ich, schaffe ich es gerade mal so eines pro Jahr. Also ich habe das jetzt etwas zurückgefahren, aber ganz oft möchte ich es nicht, weil natürlich auch so wie Radio eigentlich das Verlagswesen sein, also zu den alten Medien gehört, aber das eigentlich man nach wie vor sehr erfolgreich betreiben kann und es nach wie vor eine große Nachfrage gibt, auch nach Büchern.
SPEAKER_01Und du hast auch ein paar Bücher gehabt, die direkt eingeschlagen haben am Büchermarkt. Welcher war das zum Beispiel?
SPEAKER_00Also einer der größten Verkaufsschlager war Kickel muss weg. Also das war ein Buch über Herbert Kickel als Innenminister und wie der tiefe Staat oder wie ÖVP, SPÖ und diese ganzen Mainstream-Medien versucht haben, mit allen Mitteln Herbert Kickel da aus dem Amt zu putschen oder auch die Regierung zu putschen. Das war wirklich ein sehr großer Verkaufsschlager, unter anderem auch deshalb aufgrund des Namens, weil sehr viele Buchhandlungen geglaubt haben, das ist ein Anti-Kegel-Buch und haben es ein Innsprogramm aufgenommen. Ohne diesen Trick hätte ich es wahrscheinlich nie in so viele Buchhandlungen geschafft und das ist wirklich dann sehr gut aufgegangen. Ich durfte auch ein Buch machen oder zwei sogar mit FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker, auch über den ÖVP, über den tiefen Staat. Es gibt also wirklich einige Bücher, die sich wirklich sehr gut verkauft haben.
SPEAKER_01Musik und Politik, heute bin ich ein bisschen nervöser als sonst, denn der Chef ist unmittelbar bei mir. Es ist Austria First, Programmchef, weil er Reichle über die Politik und über deinen privaten Werdegang, Privatradio, Verlagswesen haben wir schon gesprochen. Jetzt kommen wir zu Musik. Kannst du dich erinnern, was dein letztes Musikkonzert war?
SPEAKER_00Das ist wirklich schon lange her, da muss ich wirklich lange nachdenken, dass ich wirklich jetzt zu einem Konzert gegangen bin. Ich glaube, das Letzte, das muss gewesen sein, ein Klassikerkonzert im Konzerthaus, aber was das genau war, kann ich mich leider nicht mehr erinnern.
SPEAKER_01Du hast vorher gesagt, du bist viel mit Musik natürlich in Verbindung, schon alleine als Programmchef, weil du auch vorgibst, welche Musik auf Austria First läuft. Wie schaut der private Musikkonsum bei dir aus? Hast du als Jugendlicher schon irgendwie Zugang zur Musik gefunden? Hast du ein Instrument gelernt? Wie bist du so aufgewachsen, musikalisch betrachtet?
SPEAKER_00Ich bin in einer Familie aufgewachsen, ich habe vier Geschwister und es war bei uns in der Familie üblich, dass jedes Kind ein Musikinstrument lernen musste. Ich habe mich ziemlich gesträubt, aber ich musste dann doch eins lernen. Ich habe mich dann für Trompete entschieden, habe mich aber leider als komplett untalentiert erwiesen und habe dann die ganze Familie mit Trompetenlerm sozusagen genervt. Ich durfte dann, glaube ich, nach zwei Jahren aufhören. Das war dann im Sinne der ganzen Familie.
SPEAKER_01Also waren sie froh, als du deine Trompetenversuche an den Nagel. Also war die Familie froh, als du nicht als Lärmproduzent noch weitergemacht hast?
SPEAKER_00Genau, also so meine Familie als auch die Nachbarn, glaube ich, waren alle froh. Das ist doch ein sehr lautes Instrument. Also selbst aktiv als Musiker habe ich da keine große Erfahrung und kein Talent.
SPEAKER_01Als Konsument nehme ich an, schon in der Jugendzeit oder in der Schulzeit, wie ging es da bei dir dann weiter? Partys, Partymusik, vielleicht sogar in der Ecke ein bisschen zu langsameren Klängen, einmal einem Mädchen ein bisschen näher kommen oder so?
SPEAKER_00Natürlich in der Jugend, also ich habe dann wirklich eigentlich quer durch den Gemüsegarten eigentlich alle Musik gehört, also die ganze 60er Jahre Rock- und Popmusik oder die 70er Jahre auch so Funk und Soul. Also das waren so meine Lieblingsmusikstile, die ich damals gehört habe.
SPEAKER_01Wenn man diese Musik hernimmt, das war alles im Studio eingespielt, oft die ganze Band gemeinsam, da hat es jetzt nichts gegeben, dass ich nachher noch digital irgendwas nachbearbeiten konnte. Heute kommt das meiste eigentlich aus den Computern teilweise, oft sind nicht mal Instrumente dabei. Findest du, dass diese Entwicklung schade ist?
SPEAKER_00Nein, also ich glaube, wer wirklich gute Musik braucht auch wirklich gute Musiker. Und das ist nur in zweiter Linie dann entscheidend, welche Instrumente wie die zustande gekommen ist. Aber natürlich ist es schade. Also wenn ich mich zurückerinnere, Musik hätte damals schon irgendwelchen anderen Stellenwert. Als Kind bin ich dann zum örtlichen in Misselbach zum Elektrohändler gegangen und haben irgendwelche Singles gekauft und die hat man dann wirklich so einzeln aufgelegt und hat man dann seine Plattensammlung gehabt und das war halt schon irgendwie noch was anderes als so Musik, sich einfach downzuloaden.
SPEAKER_01Heute haben wir natürlich auch die neuen Medien YouTube. Also es gibt Musiker, die sind überhaupt auf YouTube gestartet. Früher haben die Bands, so wie die Rolling Stones, in Dutzenden Clubs gespielt. Vor 20 Leuten heute lädt jemand ein Video auf YouTube hoch und ist über Nacht berühmt. Ist das ein Spiegelbild unserer heutigen Welt, dass alles so schnelllebig ist?
SPEAKER_00Ja, natürlich. Also es geht immer schneller und natürlich wird es immer einfacher. Und mittlerweile jetzt kommt auch noch die künstliche Intelligenz, die KI dazu, damit lässt sich es überhaupt sehr, sehr leicht und so auch, wenn wir vollkommen unmusikalisches Musik produzieren. Wobei ich ihm aber wirklich glaube, man muss trotzdem, um einen Hit oder gute Musik produzieren und machen zu können, braucht man schon auch die Kreativität und das musikalische Feeling dazu. Also nur einfach nur sozusagen auf den Knopf zu drücken und der Computer spuckt die Hits aus. Also das glaube ich, das funktioniert auch nach wie vor nicht.
SPEAKER_01Wenn wir nicht sprechen hier miteinander, dann läuft bei uns überwiegend Musik. Was macht aus deiner Sicht einen Hit aus? Welche Musik schafft es bei uns ins Programm und welche nicht?
SPEAKER_00Ich glaube, also ganz grundsätzlich, ob ein Musiktitel zum Hit wird oder nicht, ist einmal unabhängig von Musikgenre. Das funktioniert überall gleich, sei das, ob das jetzt klassische Musik ist, ob das Volksmusik ist, ob das Hardrock, Heavy Metal ist. In Wirklichkeit, die Leute wollen einen eingängigen Refrain, eine schöne Melodie, die man sich merkt, die man im besten Fall auch sofort mitsingen kann. Und das ist quer über alle Musikgenres hinweg. Und ich glaube, ich habe da im Laufe der Jahre beim Radioprogrammieren auch ein ganz gutes Sensorium entwickelt, relativ schnell zu erkennen, ob ein Musiktitel so einen Refrain hat oder ob der gut bei den Leuten ankommt oder nicht. Und eben, wie gesagt, und das funktioniert eigentlich. Da unterscheiden sich jetzt die Hardrocker von den Schlager-Fans eigentlich gar nicht so sehr, auch wenn sie das nicht gern hören würden. Also ich glaube, der Mechanismus, ob ein Musiktitel gut ankommt oder zum Hit wird oder nicht, ist eigentlich fast immer das Gleiche.
SPEAKER_01Gibt es auch Musikgenres, die im Radio eigentlich von den Menschen nicht so gewollt werden, die vielleicht als lästig empfunden werden oder als anstrengend zumindest?
SPEAKER_00Na gut, ich meine, jeder Musikstil hat seine Anhänger. Die Frage ist nur, wie viele es sind. Also es gibt natürlich schon Musikrichtungen, die man bei uns so gut wie nicht spielen kann oder die sich auch gar nicht als Radiomusik eignet. Also man könnte, ich glaube nicht, dass sich jetzt um Musical-Melodien jetzt besonders gut fürs Radio eignen. Das sind Musikstile, die man hören will, wenn man eben genau in das Musiktheater geht und hören will. Ist auch zum Beispiel diese ganze Aprischi-Party-Musik. Das ist eine Musik, die gut im Bier zählt oder nach dem Skifahren funktioniert. Die Frage, ob man sich die ganze Zeit im Radio hören will, im Hintergrund beim Autofahren in der Arbeit, das ist wieder eine andere Frage. Also welche Musik man im Radio spielt, hat wirklich andere Gesetze als Musik, die man eben anlassbezogen hört. Und man muss halt wirklich darauf auspassen, es gibt Musik, die halt wirklich nur geringe Zielgruppen ansprechen. Zum Beispiel, ich weiß nicht, Country Music zum Beispiel. Da gibt es halt doch einiges an Fans und es gibt auch einige Country-Hits, die die Leute gern hören, aber jetzt im Großen und Ganzen darf ich natürlich nur ganz, kann ich nur ganz, ganz wenig Country-Titel spielen, ansonsten würde ich die Hörer wirklich verärgern.
SPEAKER_01Jetzt bist du den ganzen Tag auch mit Musik beschäftigt. Hörst du privat überhaupt noch Musik oder sagst du, ich bin froh, wenn einmal Ruhe ist?
SPEAKER_00Ja, also eher zweiteres. Also ich beschäftige mich wirklich sehr viel mit Musik, hör mir auch neue Titel an, was kann man jetzt reinnehmen in den Zender und was nicht. Und da ist es ganz angenehm, dann privat einmal Ruhe zu haben.
SPEAKER_01Aber hast du sowas wie einen Lieblingskünstler, eine Lieblingsband?
SPEAKER_00Nein, also ich bin da wirklich, bin da sehr offen. Ich höre wirklich einmal wirklich sehr viele Musikrichtungen querbeet. Es gibt nur einige wenige Musikstile, die ich wirklich nicht mag, die kann ich nicht hören, zum Beispiel Operetten, Musicals oder diesen klassischen Rock'n'Roll, Bill Haley, Fats Domino, das mag ich auch nicht. Aber ansonsten wirklich von Klassik über Pop, Rock, Jazz, eigentlich wirklich querbeet.
SPEAKER_01Interessant, dass jemand Rock'n'Roll nicht mag, habe ich so auch noch nicht erlebt, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Was auch verschieden ist, ist die Herangehensweise so mancher Künstler an dem Bereich der Politik. Manche sagen, ich bin Künstler, ich mache Musik, wer mich hört, wer mich toll findet, der ist willkommen. Andere machen darüber mitunter auch ihre eigene Strategie in Sachen Vermarktung. Wie siehst du diese zunehmende Vermischung zwischen der reinen Kunst, Musik und der Politik?
SPEAKER_00Ich finde es einmal ganz grundsätzlich fragwürdig, dass Leute, die jetzt in irgendwelchen Kunststil Fähigkeiten haben, die gut Gitarre spielen können oder gut Schauspielen können, etc., sich immer verpflichtet fühlen oder sehr viele zu politischen Themen ihren Senf abzugeben, so als hätten sie da eine Expertise. Also ich finde, diese Leute sollten sich auf ihren Bereich konzentrieren, damit wären alle froh. Aber gerade als wenn man Austria First Programmchef ist, hat man das sehr viel damit zu tun, dass sehr viele Musiker ihr eher durchschnittliches Talent dann damit wettmachen wollen, indem sie sich halt politisch engagieren und politisch da äußern. Und das war ja auch beim Sendestart von Austria First, da haben sehr viele österreichische Künstler ungefragt bekannt gegeben, dass sie von uns nicht gespielt werden wollen. Wir hätten sie sowieso nicht gespielt, aber das war ganz offensichtlich, man wollte über diese Schiene sich selbst wieder in die Öffentlichkeit bringen, bekannt machen und sich wichtig machen. Und also das hat sehr wenig mit Musik zu tun. Da ist eigentlich wirklich nur, oder auch in Wirklichkeit wahrscheinlich auch gar nicht um Gesinnung und Haltung, sondern das war eine reine Marketingaktion von gewissen Künstlern, die sich da wieder bekannter machen wollten.
SPEAKER_01Ist nicht ganz so aufgegangen, wie ich finde.
SPEAKER_00Nein, es ist nicht aufgegangen. Das hat kurzzeitig für ein paar Schlagzeilen gesorgt, aber in Wirklichkeit, und das ist das Schöne dran, es hilft auch nichts. Also die Menschen hören nur die Musik, die ihnen wirklich gefällt. Und ob der Künstler jetzt gutes Marketing macht oder nicht, spielt da weniger eine Rolle. Also die Leute hören die Musik, wenn sie ihnen gefällt. Das ist eigentlich das einzige Kriterium. Wie man als Künstler, als Musiker langfristig bekannt und populär bleiben kann. Also sicher nicht mit irgendwelchen politischen Aktionen.
SPEAKER_01Dann sage ich vielen Dank, Jwena Reichl. Wir bleiben auf alle Fälle der Musiktreu und natürlich den echten Nachrichten und nicht dem, was der Mainstream so vorgibt. Hat mich sehr gefreut, dass du heute Gast bei Musik und Politik warst.
SPEAKER_00Vielen Dank für die Einladung.